Dosenwandern
Ausflüge Nordbahn

Bernhardsthal

Im Juli 2018 verschlug es uns ins weit entfernte Bernhardsthal, um die erste Etappe an der Nordbahn zu becachen. Dieser wunderschöne, kleine Ort ganz im nordöstlichsten Eck von Österreich an der Grenze zu Tschechien gelegen hat seine Reize.

Viele Gebäude wurden zwischen 1900 und 1910 erbaut (lt. Aufschrift auf vielen Häusern) und bieten entsprechende architektonische Reize. Ein Spaziergang durch den Ort ist, obwohl es im Ortsgebiet selbst keine Geocaches gibt, sehr zu empfehlen.

Ägydiuskirche Bernhardsthal
Kloster St. Martha

Der Ort verfügt außerdem über einen ADEG-Markt, eine Trafik, der obligatorischen Raiffeisenbank und eine S-Bausparkasse.

Anreisen am besten mit der Nordbahn.

Zugang Bahnhof Bernhardsthal

Züge fahren stündlich, in der Hauptverkehrszeit halbstündlich nach Bernhardsthal in der Zeit von rund 7 bis 22 Uhr. Der letzte Zug nach Wien fährt um 22:33 Uhr (Stand Sommer 2018). Eineinviertel Stunden Anfahrtszeit ab Wien sollte man aber durchaus einberechnen.

Um mit einem Cachemobil anzureisen, gibt es überall parkmöglichkeiten. Auch hier sollte man mindestens eine Stunde Anreisezeit (ab Wien) dazurechnen. Am nördlichen Ufer des Teiches gibt es auch einen Parkplatz, an dem man sein Campingfahrzeug abstellen darf.

A propos Teich:

Im Herbst 2008 wurde der ehemals trockengelegte Bernhardsthaler Teich wieder geflutet und bietet einen wunderbaren Erholungswert.

Bankerl am Teich

Die Route

Unsere Route. Ungefähre Cachestandorte sind als roter Punkt eingezeichnet. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Die Wege sind größtenteils asphaltiert oder Feldwege, auf denen man aber problemlos mit einem Fahrrad oder einem besseren Kinderwagen fahren kann. Hunde kann man überall hin mit nehmen, mit dem Auto sollte man die Strecke allerdings nicht befahren, teilweise herrscht Fahrverbot.

In Bernhardsthal angekommen, kann man sich gleich mal um den

GC4JF1K – Bahnhof Bernhardsthal

kümmern. Für einen Nano-Cache haben wir echt nicht lange gesucht. Einfach mal alles genau ansehen und man wird erkennen, dass ein winziges Detail anders ist als bei den anderen ;).

Die Route führte uns zunächst vom Bahnhof rund ums westliche Seeufer zum

GC3K3G1 – Hamelbach Raststation, den wir allerdings nicht finden konnten.

Bernhardsthaler Teich – Mit Insel

Weiter ging es nach Osten zum

GC3FXDJ – Bernhardsthal, der gar nicht so einfach zu finden war, liegt er doch abseits vom Weg in einem – nicht unüberwindbaren – Gestrüpp, man muss nur den richtigen Zugang finden. Ist man mit dem Rad oder einem Kinderwagen unterwegs: Die letzten Meter zum Cache muss man diese Fahrzeuge leider stehen lassen.

Malerische Kapelle am Weg zum Cache Bernhardsthal

Dann folgt eine sehr lange Durststrecke. Und das im Wahrsten Sinne des Wortes. Wenn Ihr zu Fuß seid, dann nehmt Euch bitte ausreichend zu trinken mit! Der Weg führt über eine offene Steppe, uns ist im Sommer ganz schön heiß geworden. Wir gingen den Weg weiter Richtung Osten, bis wir zum Fluß Thaya gelangten, der gleichzeitig die Staatsgrenze zu Tschechien darstellt.

Asphaltierter Feldweg

Sollte Euch Eure Kartenapp übrigens am Weg zur Thaya eine Sehenswürdigkeit namens „Latenezeitliches Gräberfeld und urgeschichtliche Siedlung Flur Wohlfahrt Weidl“ anzeigen, vergesst es. Wir haben uns anlocken lassen und außer Bäumen nichts gesehen.

Übrigens, wer zur richtigen Jahreszeit kommt, findet allerhand Naschbares am Weg
Rot…
…oder Gelb
Kriecherl
Blick in die Landschaft.

Es fällt auf, dass sich die Gegend hier und die Pflanzen dann durchaus zum Rest des Weinviertels unterscheiden. Hier ist eher bereits Steppengebiet sichtbar, bzw. fühlt man sich so. Es gibt weit und breit sehr viel Landschaft zu entdecken.

Gelegentlich bietet eine Baumallee Schutz vor der Sonne
Nach einer Weile ist der Weg allerdings nicht mehr asphaltiert aber dennoch gut mit dem Rad befahrbar.
Ein nochmaliger Blick in die Landschaft

Schlussendlich kommt man an einem Damm an, dahinter fließt die Thaya gemütlich und wunderschön idyllisch. Alle paar Meter gibt es kleinere oder auch größere Fischerhütten, die jedoch im Privatbesitz stehen. Bitte stört die Angler nicht bei ihrem Tun.

Die Wunderschöne Thaya
Blick nach Norden mit der wunderschönen Wasser- und Pflanzenwelt

Lang hielten wir uns allerdings nicht hier auf, wir sind ja zum Geocachen hier. Wir folgten also dem Damm nach Süden und erreichten nach kurzer Zeit

GC3T9GV – Hamelbach Mündung

Diese Dose war schnell gefunden, wir nahmen die 100 Meter in Kauf und sahen uns die Mündung des Hamelbachs (oder Hametbachs, je nach Betrachtungsweise) in die Thaya an.

Ab jetzt ging es quasi wieder zurück nach Bernhardsthal. Man folgt einfach in westlicher Richtung dem Hamelbach (Hametbach).

Ein weiterer Blick in die Landschaft.

Und hier muss man sich entscheiden, beendet man den Rundweg frühzeitig und verbringt die restliche Zeit am See oder nimmt man noch einen Umweg zu den „Drei Bergen“ in Kauf.

Weg zu den Drei Bergen

Wie man sieht, ist dieser Weg nicht mehr ganz so kinderwagentauglich, nach einem Regen kann es auch fürs Fahrrad mühsam werden. Allerdings führt der Weg zu den Drei Bergen, wo sich auch der Cache

GC4W14B – feld & kein weg

befindet, den wir rasch fanden.

Bei den Drei Bergen handelt es sich übrigens drei alte Hügelgräber. Wer mehr dazu wissen will, sollte sich auf den Schautafeln rund um den Cache informieren.

Einer der Drei Berge
Eigentlich sind es ja „nur“ drei Mugl.
Gegenlichtaufnahme der Berge
Noch ein Blick auf das dritte Hügelgrab.

Bei diesem Cache ist übrigens eine kleine Aussichtswarte, eine Vogelwarte gebaut worden. Anhand von Schautafeln kann man die hier lebenden Vögel kennen lernen und vielleicht sogar sichten.

Blick von der Vogelwarte Bernhardsthal

Ihr seid hier übrigens an der B49, der Bernsteinstraße, bitte Vorsicht, eine Freilandstraße mit 100 km/h fahrenden Autos. Dieser folgt man ein wenig nach Norden, bis ein Weg nach schräglinks abzweigt (nicht den Weg nehmen, der 90° nach Westen abzweigt). Der Weg führt Euch punktgenau zurück zum Bernhardsthaler Bahnhof und die Runde ist vollendet.

Ihr solltet für den Weg durchaus 2 bis 3 Stunden (je nach Gehgeschwindigkeit) einplanen, mit dem Fahrrad geht es natürlich bedeutend schneller, es sind ja doch rund 10 km zu absolvieren.

Für alle, die es zu Fuß absolvieren, bitte wirklich ausreichend zu trinken mitnehmen!

Wer dann immer noch Durst hat, sei nach der Runde folgender Tipp ans Herz gelegt:

Silkes Heuriger – Teichstüberl Bernhardsthal, am nördlichen Teichufer gelegen. Dort haben wir den wunderschönen Geocacheausflug ausklingen lassen. Das Lokal ist direkt am See gelegen, man kann sowohl drinnen, als auch draußen sitzen, Tretboote ausborgen und für die Kinder gibt es ringsum Spielplätze. Die Lage und die Qualität der Speisen und Getränke sind ausgezeichnet. Perfekt, um so einen – durchaus anstrengenden – Wandertag zu beenden. Und nein, wir sind in keiner wirtschaftlichen oder persönlichen Beziehung mit der Inhaberin des Lokals, wir finden es ganz einfach nur wirklich leiwand!

Von dort aus hat man übrigens einen perfekten Blick auf den Bernhardsthaler Viadukt, der von Carl Ritter von Ghega erbaut wurde (ja, der Herr, der auch die Semmeringbahn geplant und gebaut hat).

Fazit: Viele Caches gibt es ja nicht in und um Bernhardsthal. Von den fünf Dosen haben wir nur vier gefunden. Doch sind Gegend und Landschaft wunderschön und vor allem ruhig. Für einen schönen Ausflug in ruhiger Natur lohnt sich der Besuch auf jeden Fall!